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Prozessierte seismische Daten der Fahrt SO7 1978

In der Zeit vom 16. Oktober bis zum 9. Dezember 1978 wurden geophysikalische Untersuchungen auf den SONNE-Fahrten SO-7A und SO-7B am Lord Howe Rücken vor dem östlichen Australien und in der nördlichen Korallensee durchgeführt, die im Rahmen des Deutsch-Australischen Regierungsabkommens über wissenschaftlich-technische Kooperation von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hannover und dem Bureau of Mineral Resources, Geology & Geophysics (BMR), Canberra, in Abstimmung mit dem Committee for Co-ordination of Joint Prospecting for Mineral Resources in Asian Offshore Areas (CCOP), Bangkok, geplant worden sind. Das Untersuchungsprogramm der SONNE-Fahrt SO-7 sah für den Fahrtabschnitt SO-7A geophysikalische Messungen im Gebiet des Lord Howe Rückens vor. Mit dem Fahrtabschnitt SO-7B sollte die Existenz alter, im frühen Riftstadium angelegter Sedimentbecken geprüft werden, die vor dem Queensland Plateau und vor dem Papua Plateau vermutet werden, doch bisher nicht nachgewiesen werden konnten. Während des Fahrtabschnittes SO-7A sind im Seegebiet Lord Howe Rücken, Middleton-Lord Howe Becken und im Bereich des Dampier Rückens vermessen worden: 3.930 Profilkilometer mit digitaler Reflexionsseismik sowie 5.500 Profilkilometer gravimetrisch, magnetisch und bathymetrisch. Auf 14 Stationen sind refraktionsseismische Messungen mit Sonobojen durchgeführt worden. Auf der Anfahrt zum Lord Howe Rücken sind mit Profil SO7-01 und SO7-01A das Norfolk Becken, der Norfolk Rücken, der West Norfolk Rücken und das New Caledonia Becken gequert worden. Innerhalb des Norfolk Beckens wurde ein Seeberg entdeckt. Auf dem Lord Howe und Dampier Rücken konnte unter einer oligozänen/eozänen Unkonformität die sog. "break up"-Unkonformität nachgewiesen werden, die sehr wahrscheinlich den Zeitpunkt der Trennung des Lord Howe Rückens von Australien markiert. Das heutige Middleton-Lord Howe Becken, das zwischen dem Dampier Rücken im Westen und dem Lord Howe Rücken im Osten liegt, repräsentiert beim gegenwärtigen Bearbeitungsstand eine alte, vor der Öffnung der Tasman See angelegte Riftzone. Bei der Anlage dieser Riftzone ist auf der Westflanke des Lord Howe Rückens ein kompliziertes Horst- und Grabensystem ausgebildet worden, einhergehend mit vulkanischer Tätigkeit, worauf die seismisch erkennbaren Intrusivkörper hinweisen. Die eigentliche Trennung der kontinentalen Einheit "Lord Howe-Dampier Rücken" von Australien erfolgte erst vor etwa 80 Mio. Jahren mit der Öffnung der Tasman See. Die alte Riftzone - das heutige Middleton-Lord Howe Becken - ist nach den seismischen Befunden, abgesehen von den großen Wassertiefen, wegen des häufigen Auftretens von Intrusivkörpern und wegen der relativ geringen Sedimentmächtigkeiten erdölgeologisch als wenig prospektiv einzuschätzen. Dagegen könnten die erkannten Grabenzonen im Westteil des Lord Howe Rückens, in denen lokal bis zu 2 sec (Reflexionszeit) mächtige Sedimente nachweisbar waren, langfristig für die KW-Exploration Bedeutung erlangen. Das Untersuchungsgebiet des Fahrtabschnittes SO-7B war die nördliche Korallensee, die durch mehrere - als abgesunkene Kontinentalblöcke gedeutete (Falvey et al., 1974) - Randplateaus ausgezeichnet ist. Vor der Küste SE-Papua N.G. liegt das Papua Plateau mit einer mittleren Wassertiefe von 2500 m. Eine abyssische Ebene mit 4000 m Wassertiefe und ozeanischer Kruste (Weissel et al., 1978, Karner et al., 1978) trennt das Papua Plateau vom Queensland Plateau, dessen Wassertiefen zwischen 1000 m und 2000 m liegen. Die nördliche Begrenzung der Tiefsee-Ebene bildet das Eastern Plateau, das durch den Moresby Trog - Moresby Canyon vom Papua Plateau und durch das Osprey Embayment vom Queensland Plateau getrennt wird. Auf dem Fahrtabschnitt SO-7B sind vermessen worden: 3.260 Profilkilometer reflexionsseismisch sowie 5.000 Profilkilometer gravimetrisch, magnetisch und bathymetrisch. Auf 36 Stationen sind refraktionsseismische Messungen mit Sonobojen durchgeführt worden. Untersuchungsziel des Fahrtabschnittes SO-7B war die Suche nach alten, im frühen Riftstadium angelegten sedimentären Becken. Nach Untersuchungen von Weissel und Watts (1977) und den Ergebnissen der GLOMAR CHALLENGER-Bohrungen 210, 287 kann als gesichert angenommen werden, dass das Tiefseebecken der Korallensee während der späten Oberkreide- (Anomalie 26) und frühen Tertiärzeit (Anomalie 24) durch sea-floor spreading angelegt worden ist. Weiterhin gilt als gesichert, dass die Randplateaus - Queensland Plateau, Papua Plateau, Eastern Plateau - Kontinentalfragmente darstellen, die während des nachfolgenden Driftstadiums abgesunken sind (Falvey, 1972, Mutter, 1974, Taylor und Falvey, 1977). Die in den seewärtigen Randbereichen des Queensland und Papua Plateaus vermuteten alten Riftbecken konnten bisher eindeutig nicht nachgewiesen werden, woraus Turner und Mutter (1978) folgern, dass derartige sedimentäre Riftbecken in der Umrandung der Korallensee überhaupt nicht ausgebildet worden sind. Zur gesicherten stratigraphischen Einstufung ist das Profil SO7-19 von den GLOMAR CHALLENGER-Bohrungen 210 und 287 zum Papua Plateau vermessen worden, über das nunmehr auch die beim BMR vorhandenen seismischen Daten stratigraphisch interpretiert werden können. In allen seismischen Registrierungen lassen sich eindeutig zwei Unkonformitäten nachweisen, die Perioden von Nichtsedimentation und/oder Erosion an der Wende Eozän/Oligozän und in der Zeit des Miozän repräsentieren. Auf dem Plateau haben beide Unkonformitäten einen ruhigen Verlauf. Im Bereich der Plateauabhänge ist das Relief der hier seewärts zur Korallensee einfallenden Unkonformitäten ausgeprägter. An den Plateauabhängen schneidet die Miozän-Unkonformität des öfteren tief in die prä-eozäne Sequenz ein, womit eine Periode intensiver Erosion während der Miozän-Zeit angezeigt wird. Auf dem Papua Plateau und dem Queensland Plateau ist in Gebieten mit Bruchtektonik östlich eine ältere, vermutlich oberkretazische Unkonformität nachweisbar. Die Übergangszone von der ozeanischen Kruste der Korallensee zur kontinentalen Kruste des Papua Plateaus und des Queensland Plateaus hat eine Breite von 50 km. Es ist eine unter den heutigen Plateauabhängen liegende Grabenzone, in der die prä-oligozän/eozänen Sedimente Dicken von über 2 sec Reflexionszeit erreichen. Diese erstmalig sowohl vor dem Papua Plateau als auch vor dem Queensland Plateau nachgewiesene Grabenzone ist mit großer Sicherheit im frühen Riftstadium angelegt worden. Innerhalb der Grabenzone ist die Basis der Sedimente in den Monitorregistrierungen nicht erkennbar. Die in den seismischen Monitorregistrierungen eindeutig erkennbare ozeanische Kruste taucht bei Annäherung an die Grabenzone steil ab (z.B. Profil SO7-21, Ostteil, SO7-25) oder hört plötzlich auf. Innerhalb der Grabenzone und im äußeren Bereich des Queensland und Papua Plateaus gibt es Hinweise für fossile Riffe. Dem seewärts einfallenden paläozoischen Grundgebirge des Papua Plateaus sitzt ein etwa 7 km breiter Körper auf, der in der seismischen Registrierung als konvexe reflexionsarme Zone erscheint. Die Konfiguration - Aufsitzen des Körpers auf einer einfallenden Unterlage - und die Ähnlichkeit mit seismischen Registrierungen von rezenten Riffen (z.B. Riffe vor NW-Australien, Profil VA16-14) weisen diesen Körper und wahrscheinlich auch die seewärts folgenden Strukturen als fossile Riffe aus. Alle beobachteten Riffe liegen unterhalb der Oligozän/Eozän Unkonformität, womit angezeigt wird, dass die heutigen Tiefwassergebiete des äußeren Papua und Queensland Plateaus in prä-eozäner Zeit Flachwassergebiete waren. Da in den untersuchten äußeren Plateaubereichen über der Oligozän/Eozän Unkonformität keine Riffe nachweisbar waren, kann somit gefolgert werden, dass diese Bereiche bereits in oligozäner Zeit auf höhere bathyale Tiefen abgesunken waren. Bei Annahme einer Geschwindigkeit von v = 4 km/s hätte der Riffkörper vor dem Papua Plateau eine Höhe von etwa 3000 m. Bei willkürlicher Annahme einer Wachstumsrate von 25 m in 1 Mio. Jahren hätte das Riffwachstum vor etwa 120 Mio. Jahren + 29 Mio. Jahren (Alter Oligozän Unkonformität) = 149 Mio. Jahren, d.h. bereits im oberen Jura, eingesetzt. Diese grobe Abschätzung stützt die Annahme, dass in den nachgewiesenen Grabenzonen dicke mesozoische Flachwassersedimente vorhanden sind. Das Grundgebirge des Papua und Queensland Plateaus hat nach Sonobojen-Sondierungen überwiegend refraktionsseismische Geschwindigkeiten von 5 km/s. Dieser Befund stimmt mit den Ergebnissen von Ewing et al. (1973} überein, die auf dem Queensland Plateau vp-Werte von 6 km/s - 6,3 km/s beobachteten. Auf beiden Plateaus bildet das Grundgebirge ein komplexes System von Horst- und Grabenstrukturen. Ein größerer, 5 - 20 km breiter Graben scheint sich auf dem Papua Plateau in Ost-West-Richtung zu erstrecken. Größere ( 2 sec Reflexionszeit) Sedimentakkumulationen sind innerhalb der Plateaus weitgehend auf den Moresby Trog und auf den Queensland Trog beschränkt. Innerhalb des untersuchten Teils des Moresby Troges gibt es keine Hinweise auf subduktionsbedingte Deformationen der Sedimente.

Simple

Alternativtitel

SO7 1978

Datumsangaben (Erstellung)
1978-12-09
Identifikator
d67bae80-cd43-5635-d417-7bc592f7f6d0
Bearbeitungsstatus
Abgeschlossen
Ansprechpartner
  Federal Institute for Geosciences and Natural Resources
Stilleweg 2 , Hannover , 30655 ,

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Räumliche Darstellungsart
Vektor
Sprache
English
Zeichensatz
Utf8
Thematik
  • Geowissenschaften
N
S
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W


Code
EPSG:4326
Abgabeformat
  • Shapefile ( n/a )

Transfergrösse
2
Online
SO7 1978 (Shapefile)

SO7 1978 im Format ESRI Shape

Online
Karte im BGR-Geoviewer
Bezugsebene
Datenbestand

Konformitätsergebnis

Datumsangaben (Publikation)
2010-12-08
Erklärung

siehe dazu die angegebene Durchführungsbestimmung

Erläuterung

In the period from October 16, 1978 to December 9, 1978 BGR acquired seismic lines at the Lord Howe Rise and in the northern Coral Sea during cruises SO-7A and SO-7B with RV SONNE. The lines SO7-01, SO7-01A, SO7-02, SO7-03, SO7-04, SO7-05, SO7-06, SO7-07, SO7-07A, SO7-08, SO7-09, SO7-10, SO7-12, SO7-12A, SO7-19, SO7-19A, SO7-19B, SO7-20, SO7-20A and SO7-21 consist of raw data.

Metadatensatzidentifikator
51ecf986-b28f-4223-9a4c-901471e1f53b XML
Sprache
English
Zeichensatz
Utf8
Identifikator des übergeordneten Metadatensatzes
Marine Seismic Survey Profiles (MSSP)

06a73c56-06a2-40d8-b806-466222b0760d

Hierarchieebene
Datenbestand
Bezeichnung der Hierarchieebene

Geophysik

Datum
2023-11-16
Bezeichnung des Metadatenstandards

INSPIRE Metadata Implementing Rules: Technical Guidelines based on EN ISO 19115 and EN ISO 19119

Version des Metadatenstandards

n/a

Ansprechpartner
  Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
https://produktcenter.bgr.de
 
 

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Marine geology Meeresgeologie Seismics Seismik Two-dimensional seismic reflection zweidimensionale Reflektionsseismik
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Geophysik Rohstoff geophysics raw material
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