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Prozessierte seismische Daten der Fahrt SO186 SeaCause II 2006

Im Rahmen des SeaCause-Projektes wurde mit FS SONNE vom 21. Januar bis 24. Februar 2006 vor Nordsumatra die Forschungsfahrt SO186-2 durchgeführt. In diesem Zeitraum wurden mehrkanalreflexionsseismische Daten (MCS) mit einem 3 km langen Sercel-Streamer mit 240 Kanälen aufgezeichnet, wobei die Anregung durch ein getuntes Airgunarray, bestehend aus zwei Clustern mit jeweils 8 G-Luftpulsern, mit einer Gesamtkapazität von 50.8 Litern erfolgte. Zusätzlich wurden alle Profile mit magnetischen, gravimetrischen, hochauflösenden bathymetrischen und echographischen Methoden vermessen. Ziel der Forschungsfahrt war die Untersuchung des südlichen Abschnitts der Bruchfläche des Erdbebens vom 26.12.2004, das mit einer Magnitude von 9.3 einen verheerenden Tsunami verursachte, der Bruchfläche des Magnitude 8.7 Bebens vom 28. März 2005 und insbesondere der Segmentgrenze zwischen den beiden Starkbeben, die sich durch die Verteilung der Nachbeben andeutete. Hierfür sollte der Aufbau der Subduktionszone detailliert abgebildet werden, um Aussagen treffen zu können über den Subduktionswinkel und –schiefe, die Architektur des Akkretionskeils, und den Aufbau der Forearc Becken mit den ausgeprägten Blattverschiebungs¬systemen, die dies durchziehen. Ein weiterer wichtiger Punkt war eine Abschätzung des Einflusses von Hangrutschungen zur Entstehung und Größe des Tsunami. Auf der Forschungsfahrt wurden auf 5358 Profilkilometer MCS Daten aufgezeichnet; überwiegend auf Profilen, die sich senkrecht zur Subduktionszone, vom ozeanischen Becken über den Tiefseegraben bis zu den Forearc Becken vor Sumatra erstrecken. Der durchschnittliche Abstand der orthogonalen Profile beträgt 40 km. Die Profilplanung basierte auf bathymetrischen Daten vorausgegangener Messfahrten durchgeführt von HMS Scott, RV Natsushima und früherer FS SONNE Fahrten. Wir haben starke Variationen in Struktur und Aufbau der Subduktionszone festgestellt: Die Morphologie und Sedimentbedeckung des Tiefseegrabens zeigt einen deutlichen Nord-Süd-Trend. Im Norden ist ein Tiefseegraben im eigentlichen Sinne nicht vorhanden, die subduzierende ozeanische Kruste zeigt eine nur sehr geringe Neigung und die Sedimentbedeckung erreicht Werte von bis zu 3.5 s (TWT). Die Neigung der abtauchenden Platte vergrößert sich in südlicher Richtung, die Sedimentfüllung der Grabens nimmt jedoch auf nur noch 2.5 s (TWT) vor Nias ab. In der ozeanische Kruste und den darüber liegenden Sedimenten wurden zahlreiche Extensionsstörungen identifiziert und im südlichen Untersuchungsgebiet konnten wir Bruchzonen in der ozeanischen Kruste nachweisen. Auch die Deformationsfront zeigt starke Variationen. Obwohl sich andeutet, dass die jeweils bestimmende Störung an der Deformationsfront landwärts einfällt, haben wir einige Beispiele für eindeutig seewärts einfallende Störungen. Eine frontale Falte bildet sich in einigen Fällen bereits im Graben aus, in den meisten Fällen markiert diese den Beginn des Akkretionskeils. Ausgedehnte sedimentäre Rutschungen an der Deformationsfront sind konzentriert an besonders steilen Akkretionsfalten, deren frontale Neigung von 6 bis 15 Grad variiert. Die Deformationsfront ist mit 140 km im Norden am breitesten und nimmt nach Süden hin ab. Vor Simeulue ist diese nur noch etwa 40 km breit. Im nördlichen und zentralen Teil des Untersuchungsgebietes findet sich ein abrupter Übergang von der Deformationsfront in landwärtiger Richtung mit einem stark geneigten Meeresboden. Als basales Decollement zeichnet sich ein prominenter Reflektor in der Sedimentbedeckung oberhalb der ozeanischen Kruste ab. Dies kann in nordöstlicher Richtung verfolgt werden. Die Neigung der abtauchenden ozeanischen Kruste unter dem Akkretionskeil und dem Forearc-Bereich ist gering und die Sedimentmächtigkeit (6-7s TWT) verdoppelt sich im Vergleich zur Trenchfüllung innerhalb einer kurzen Distanz. Eine mögliche Interpretation für die Verdopplung der Sedimentmächtigkeit ist die Annahme einer Duplexüberschiebung, die eventuell in Zusammenhang mit der großen Sedimentmächtigkeit zu sehen ist. Der Forearc ist in dieser Region als Plateau ausgebildet und die interne Struktur der obersten Sedimente zeigt eine starke Affinität zu der Grabenfüllung. Vor Simeulue ändert sich die Struktur des Forearc hin zu den weit verbreiteten Mustern. Die akkretierten Sedimente sind weniger mächtig und die Störungen an der Subduktionsfront fallen steiler ein. Der Abtauchwinkel ist hier größer als im Norden. Insgesamt drei Forearc Becken wurden untersucht. Im Norden entwickelte sich das Aceh Becken entlang der West Andaman Verwerfung. Innerhalb dieses Beckens sind Sedimente intern weitestgehend unverformt abgelagert. Im sich südlich anschließenden Simeuleu Becken wurden im nördlichen und zentralen Bereich Störungssysteme über eine Vielzahl aktiver, steilstehender Verwerfungen identifiziert. Im südlichen Bereich findet sich ein transpressionales Störungssystem, vergleichbar mit dem Mentawi Störungssystem vor Südsumatra. Auffallende „Bright Spots“ im oberen Bereich der Sedimente sind ein Hinweis auf Kohlenwasserstoffe. Weiterhin lassen sich Bodensimulierende Reflektoren (BSR) als Hinweis auf Gashydrate ausmachen mit möglicherweise einem doppelten BSR. Das am südlichen Ende des Untersuchungsgebietes liegende Nias Becken ist entlang einer sich in NNW-SSE entwickelnden Karbonatplattform in Streichrichtung in zwei Teilbecken aufgeteilt. Das Nias Becken hat eine komplexe Subsidenzgeschichte: die Absenkung im südlichen Teilbecken war weitgehend abgeschlossen als die Subsidenz im Norden begann.

Simple

Alternativtitel

SO186 SeaCause II 2006

Datumsangaben (Erstellung)
2006-02-24
Identifikator
5493ad4b-98c2-6e6c-b55a-0b49bdd0d026
Bearbeitungsstatus
Abgeschlossen
Ansprechpartner
  Federal Institute for Geosciences and Natural Resources
Stilleweg 2 , Hannover , 30655 ,

GEMET - INSPIRE themes, version 1.0

  • Geologie

  • geology

GEMET - Concepts, version 2.4

  • geophysics

  • Geophysik

  • raw material

  • Rohstoff

Thema
  • Marine geology

  • Meeresgeologie

  • Seismics

  • Seismik

  • Two-dimensional seismic reflection

  • zweidimensionale Reflektionsseismik

Ort
  • Indian Ocean

  • Sunda Arc

  • Indischer Ozean

  • Sundabogen

  • Sumatra

  • Simeulue

  • Nias

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Benutzerdefinierte Einschränkungen
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Es gelten keine Zugriffsbeschränkungen
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Benutzerdefinierte Einschränkungen
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Allgemeine Geschäftsbedingungen, siehe http://www.bgr.bund.de/AGB - General terms and conditions, see http://www.bgr.bund.de/AGB_en . Die bereitgestellten Informationen sind bei Weiterverwendung wie folgt zu zitieren: Datenquelle: SO186 SeaCause II 2006, (c) BGR, Hannover, 2019

Räumliche Darstellungsart
Vektor
Sprache
English
Zeichensatz
Utf8
Thematik
  • Geowissenschaften
N
S
E
W


Code
EPSG:4326
Abgabeformat
  • Shapefile ( n/a )

Transfergrösse
2
Online
SO186 SeaCause II 2006 (Shapefile)

SO186 SeaCause II 2006 im Format ESRI Shape

Online
Profile BGR06-102
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Bezugsebene
Datenbestand

Konformitätsergebnis

Datumsangaben (Publikation)
2010-12-08
Erklärung

siehe dazu die angegebene Durchführungsbestimmung

Erläuterung

During the period from 21st January to 24th February 2006 BGR acquired seismic lines off Sumatra during leg 2 of cruise SO186 with RV SONNE. The lines BGR06-101, BGR06-103, BGR06-104, BGR06-106, BGR06-108, BGR06-111, BGR06-114, BGR06-118, BGR06-124, BGR06-125, BGR06-126, BGR06-127, BGR06-131 and BGR06-136 are raw data. The line BGR06-102 consists of stacked data. The lines BGR06-105, BGR06-107, BGR06-109, BGR06-110, BGR06-112, BGR06-113, BGR06-115, BGR06-116, BGR06-117, BGR06-119, BGR06-120, BGR06-121, BGR06-122, BGR06-123, BGR06-128, BGR06-129, BGR06-130, BGR06-132, BGR06-133, BGR06-134, BGR06-135, BGR06-137, BGR06-138, BGR06-139, BGR06-140, BGR06-141, BGR06-142, BGR06-143, BGR06-144 and BGR06-145 are migrated data.

Metadatensatzidentifikator
a8fc19e4-6e03-4a1f-807a-7f75ab7d6982 XML
Sprache
English
Zeichensatz
Utf8
Identifikator des übergeordneten Metadatensatzes
Marine Seismic Survey Profiles (MSSP)

06a73c56-06a2-40d8-b806-466222b0760d

Hierarchieebene
Datenbestand
Bezeichnung der Hierarchieebene

Geophysik

Datum
2023-11-16
Bezeichnung des Metadatenstandards

INSPIRE Metadata Implementing Rules: Technical Guidelines based on EN ISO 19115 and EN ISO 19119

Version des Metadatenstandards

n/a

Ansprechpartner
  Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
https://produktcenter.bgr.de
 
 

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Keywords

Marine geology Meeresgeologie Seismics Seismik Two-dimensional seismic reflection zweidimensionale Reflektionsseismik
GEMET - Concepts, version 2.4
Geophysik Rohstoff geophysics raw material
GEMET - INSPIRE themes, version 1.0
Geologie geology

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